Und wieder gibt es Neuigkeiten aus dem Bereich "Abmahnungen sind recht häufig Geschmacksfrage".
In dem
Artikel im
Law-Blog zum Thema Datenschutz fällt immer wieder der Begriff Vertrauensbonus in die Marke Focus und dem digitalen Ableger der Burdatochter, focus.de.
Interessanterweise werden die Kundenanfragen der Focus-Online Leser, die bei focus.msn.de noch bis vor kurzem den "
Focus-Online-Vergleich" machen konnten (
wir berichteten), anscheinend weiterverkauft.
So bietet es der
Vorstand der Ino24 AG, Peter Föll, Interessenten-Anfragen zum Thema Versicherungen, die auf u.a. focus.de generiert werden, seinen möglichen Kooperationspartnern an.
Eine Formulierung aus dem
Artikel des Herrn Föll in den
(epn)experten-presse-news finde ich besonders interessant:
Grundsätzlich: Sie bekommen alle Anfragen, die der Kunde gleichzeitig (d.h. innerhalb des gleichen Portal-Besuchs) stellt. So gewährleisten wir, dass Sie nicht mit anderen inoBROKER-Vermittlern konkurrieren müssen.
Soll das nun bedeuten, dass der durchschnittlich informierte Focus-Online-Nutzer mit dem marktüblich vorhandenen Vertrauensbonus in Focus, der kurz in der Mittagspause sein Vertrauen dem Focus-Online-Vergleich schenkt, plötzlich von inoBROKER-Vermittlern mit Telefonanrufen belästigt wird?
Da fällt mir doch ein Urteil des OLG Frankfurt (
wir berichteten) vom 21.7.2005 (AZ 6 U 175/04) ein:
Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb stellt eine Werbung mit Telefonanrufen gegenüber Verbrauchern ... eine unzumutbare Belästigung dar und ist wettbewerbswidrig.
Die Frage, die sich immer mehr in den Vordergrund drängt:
Was ist die Ino24 AG nun eigentlich?
Ist die Ino24 ein
Versicherungsmakler oder ein Unternehmen, das den Vertrauensbonus in die Schwesterunternehmen wie focus.de nutzt um Interessentenanfragen zu verkaufen?
In letzter Zeit ist die Ino24 durch die Rolle als Klägerin in diversen Abmahnverfahren aufgefallen.