Die Wellen schlagen hoch um den Ärzte-TÜV, den die AOK einführen möchte. Dabei sollen die Patienten über das Internet Bewertungen über die Behandlung eines Arztes oder Zahnarztes abgeben können. Der Verbraucher kann sich dann anhand eines Rankings die Ärzte in seiner Umgebung aussuchen.
Nachdem die Ärzte und deren Vertreter bereits gegen die Pläne der AOK Sturm gelaufen sind, Datenschützer zu den Fahnen geeilt sind um etwaige Verstöße bereits vor der Einführung zu proklamieren, befürworten nun die Vertreter der Politik in Deutschland die Pläne der AOK.
Nun, ein solches 'Bewertungsportal' für Ärzte gibt es schon lange. Mir persönlich fallen da
Docinsider.de und
Helpster.de ein.
Und wie alle Bewertungsportale wird auch der Ärzte-TÜV der AOK Schwierigkeiten haben, die Bewertungskriterien offen, transparent und für jeden ersichtlich zu gestalten.
Die Gefahr unter der diese Portalen leiden ist die der Verzerrung des Wettbewerbes. Natürlich ist es verlockend, dem
ehemaligen Zahnarzt des Vertrauens eine 'reinzuwürgen'. Gründe dafür gibt es viele: Die letzte Zahnreinigung war zu teuer, die Krone wurde angeblich nicht fachgerecht eingesetzt und dergleichen mehr. Auch könnte ein Mediziner dem Kollegen nebenan mit einer oder noch besser mehreren negativen Bewertung schädigen.
Warum die ganze Aufregung? so stellt sich manchem Verbraucher die Frage.
Die
AOK mit den 24 Millionen Versicherten ist die bundesweit größte
gesetzliche Krankenversicherung, und wenn der Branchenprimus hustet, so ist die gesamte Branche ein wenig erkältet. Die Barmer und auch die Techniker Krankenkasse haben bereits Interesse an dem Bewertungsportal geäußert.
Der Ratschlag kann einfach nur lauten: Ein Bewertungsportal ist gut, solange man auch zwischen den Zeilen der einzelnen Bewertungen lesen kann.