Jeden Tag ist die Gesundheitsreform inzwischen in den Medien, auch in unserem Versicherungs Blog.
Heute erreichten uns zwei sehr widerspr?chliche Meldungen betreffend eines weiteren Gutachtens vom Wirtschaftsweisen Bert R?rup und dem Gesundheits?konomen Eberhard Wille zur Gesundheitsreform:
Auf der einen Seite
meldet das ?rzteblatt unter dem Titel 'Neues Gutachten st?tzt die Gesundheitsministerin':
[...] Der Expertise zufolge werde die Mehrbelastung der L?nder weitaus geringer ausfallen, als zuvor angenommen. ?Es gibt viele gute Gr?nde, den Gesundheitsfonds in seiner beschlossenen Form zu kritisieren?, so der Wirtschaftsweise Bert R?rup, der die Studie im Auftrag des Ministeriums zusammen mit dem Gesundheits?konomen Eberhard Wille erstellt hatte. Die mit dem geplanten Fonds ausgel?sten l?nderspezifischen Umverteilungen geh?rten allerdings nicht dazu. [...]
Vollkommen gegens?tzlich wird das Gutachten vom Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V. bewertet. Unter dem Titel 'Keine L?sung f?r die Probleme der Gesundheitsreform in Sicht' ver?ffentlichet der Verband eine
Pressemitteilung.
Der Streit um die unterschiedlichen finanziellen Belastungen der L?nder bei der Gesundheitsreform macht nach Ansicht der Spitzenverb?nde der gesetzlichen Krankenkassen deutlich, dass die Pl?ne zur Gesundheitsreform unausgegoren und in ihren fatalen Folgen nicht absch?tzbar sind. Es sei keinem Versicherten erkl?rbar, warum unterschiedliche Studien zu immer neuen und differierenden Daten k?men, obwohl angeblich die gleichen Berechnungen angestellt w?rden. Auch Professor R?rup kann nur Modellrechnungen anstellen, und es steht noch ein Gutachten aus, das von Baden-W?rttemberg in Auftrag gegeben worden ist. Ob die Belastungen einiger Bundesl?nder also tats?chlich unter 100 Millionen Euro liegen, ist f?r die Kritik ?benden L?nder noch nicht erwiesen.
Zudem reichten die Probleme der Gesundheitsreform weit ?ber den jetzt untersuchten Aspekt der regionalen Finanzwirkungen hinaus. Unl?sbar blieben die zentralen Probleme des Gesundheitsfonds, der kombiniert mit dem Zusatzbeitrag und der ?berforderungsgrenze zu erheblichen Belastungen der Versicherten, zu Insolvenzen bei den Kassen und in der Folge zu erheblichen Versorgungsproblemen in den Regionen f?hren werde. Insbesondere die massive Vereinheitlichung und Verstaatlichung des Gesundheitswesens durch den Einheitsdachverband und durch staatlich festgesetzte Beitragss?tze werde negative Folgen f?r die Versicherten haben. Wettbewerbliche Anreize f?r Innovationen und Effizienz w?rden mit zentralen Einheitsstrukturen ebenso untergraben wie M?glichkeiten, die Versorgung regional zu optimieren.
Die Spitzenverb?nde konstatieren: Es bleibt dabei ? zwei unvereinbare politische Konzepte zusammenzubringen, kann nicht zu einem guten Ergebnis f?hren. Besser als diese Reform sei ein v?lliger Neustart der Gesundheitspolitik, der den Titel des jetzigen Gesetzentwurfes tats?chlich zum inhaltlichen Programm f?r eine auf Vielfalt, Wettbewerb und Selbstverwaltung setzende Reform mache.
Damit man sich selbst ein Bild machen kann, hier das vollst?ndige Gutachten als
PDF Dokument.
Eine Folge der Gesundheitsreform, sprich die
Beitragssteigerungen der gesetzlichen Krankenkassen, haben die Betroffenen der Gesundheitsreform ja inzwischen schon fast verdaut.