Dass die gesetzlichen Krankenversicherungen inzwischen auch auf europäischen Parket bewegen hatten wir ja bereits vor einiger Zeit
berichtet.
Interessant ist eine
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 13. Februar zum Thema
'Closing the Gap' - Gesundheitliche Ungleichheiten in Europa reduzieren.
Diese Pressemitteilung sollten wir eigentlich mal wieder mit dem Prädikat '
Pressemitteilung des Tages' versehen.
Einige Zitate:
[...] „Gesundheitliche Ungleichheit zu beseitigen war und ist ein politisches Ziel der Bundesregierung. Die Ergebnisse des Projektes bestätigen, dass Deutschland auf einem guten Weg ist, Prävention und Gesundheitsförderung so auszubauen, dass sozial Schwächere erreicht werden. Hierzu bedarf es der Kooperation aller Akteure“, darauf weist Dr. Klaus Theo Schröder, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, hin. [...]
- In Deutschland haben Männer im oberen Einkommensbereich eine durchschnittlich 10 Jahre höhere Lebenserwartung als Männer mit niedrigem Einkommen; bei Frauen beträgt der Unterschied 5 Jahre.
- Herzinfarkte treten bei Männern, die einer niedrigen sozialen Schicht angehören, ungefähr doppelt so häufig auf wie bei Männern, die sozial gut gestellt sind.
- Diabetes tritt bei sozial Benachteiligten ungefähr doppelt so häufig auf wie bei sozial gut Gestellten.
- Schulbildung und Rauchen hängen eng zusammen, insbesondere in jüngeren Altersgruppen. Während 60 Prozent der Männer mit Hauptschulabschluss rauchen, sind es bei Abiturienten 35 Prozent; bei Frauen beträgt die Differenz 50 Prozent zu 30 Prozent.
- Berufsschüler zwischen 14 und 18 Jahren rauchen zu 53 Prozent und Gymnasiasten im gleichen Alter nur zu 37 Prozent.
- Kinder aus Migranten-Familien und mit niedrigem Sozialstatus treiben zwei bis dreimal weniger Sport als Kinder, die diesen Hintergrund nicht haben.
- Der Anteil der Jugendlichen mit einem Risiko für Essstörungen ist bei einem niedrigen sozioökonomischen Status mit 27,6 Prozent fast doppelt so hoch wie in der oberen Sozialschicht (15,5 Prozent).
- Kinder aus einem sozial benachteiligten Elternhaus verunfallen bis zu 70 Prozent häufiger als diejenigen, deren Eltern dem oberen Einkommensbereich angehören.
- Die Wahrscheinlichkeit, als Minderjährige Schwanger zu werden, ist bei einer Hauptschülerin fünf Mal so groß wie bei einer Gymnasiastin.
PM des BMG vom 13. Februar 2007
Ob man für diese 'Volksweisheiten' wirklich eine dreijährige Projektphase der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen mit den anderen Partnerorganisationen benötigt?