Eine sehr interessante These stellte der Professor für Finanzwissenschaft
Bernd Raffelhüschen - Mitglied der
Rürup-Kommission - gleich zu Beginn eines Vortrags vor Vorständen der Sparkasse Lünen auf. "Sie haben kein Problem - Sie sind das Problem!" machte Raffelhüschen den Anwesenden klar. "Sie müssen länger arbeiten - und dafür kriegen Sie weniger Rente." Diese These wird auch durch die Ergebnisse der
Herzog-Kommission untermauert.
Die Rente mit 67 sei allenfalls aufgeschoben, nicht aufgehoben. Großen Teilen der Bevölkerung sei offenbar nicht bewusst, dass mit
Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors die zweitgrößte Rentenkürzung in der Geschichte realisiert wurde. "
Die Rente ist sicher", so der Experte, "sicher 20 Prozent geringer als Sie denken!"
Dass der Anteil der alten Menschen immer größer wird, die Menge der Beitragszahler jedoch immer kleiner, macht sich auch schmerzhaft in der
gesetzlichen Krankenversicherung bemerkbar: "Dieser Generationenvertrag hat dasselbe demographische Problem", so Raffelhüschen. Seine Rechnung: ein
Beitragssatz von
32 Prozent für die Krankenversicherung plus 23 Prozent für die Rentenversicherung - dies reiche genau, um noch den Rest für die Steuerlast unterzubringen. Und die Pflegeversicherung? "Das ultimative Fiasko."
Dass man vor diesem Hintergrund mehr
private Vorsorge betreiben muss, wird an diesem Abend wohl auch jenen klar geworden sein, die sich üblicherweise nicht zu den Zweiflern an der gesetzlichen Vorsorge zählen. Doch trotz der bitteren Zahlen-Wahrheit endete Raffelhüschen mit einem Funken Hoffnung: "Das war die Realität, mit einem Schuss: Und schaffen tun wir´s doch."
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