Mittwoch, 18. Juli 2007
Das Statistische Bundesamt vers??t den Morgen mit der Pressemitteilung zur Sozialversicherung:
Das gro?e Geheimnis der Bundesregierung ist nun keins mehr, die gesetzliche Sozial?versicherung steckt im 1. Quartal 2007 mit 3,4 Milliarden Euro in den Miesen.
Selbst das liebste Steckenpferd unserer Gesundheitsministerin Uns-Ulla Schmidt, die gesetzliche Krankenversicherung, steckt trotz der Gesundheitsreform dick in den Miesen:
Die gesetzliche Krankenversicherung wies ein leichtes Defizit von 0,8 Milliarden Euro auf, 0,4 Milliarden Euro weniger als im ersten Quartal 2006. Ob die Gesundheitsreform wirklich dem Defizit entgegen wirkt?
Donnerstag, 5. Juli 2007
Wir hatten ja gestern erst in einem der Kommentare im Blog das gefl?gelte Wort vom Jammern auf hohem Niveau. Heute wurden meine Worte durch einen Beitrag der S?ddeutschen best?tigt.
Praxis?rzte haben massive finanzielle Nachteile gegen?ber Fachmedizinern. Das wollen die niedergelassenen ?rzte jetzt ?ndern: Sie verlangen 18 Milliarden Euro mehr von den Kassen. Ein Plus von mehr als 80 Prozent.
Bisher l?uft die Verg?tung der ?rzte wie folgt: Die Krankenkassen stellen den Kassen?rztlichen Vereinigungen (KV) ein Budget zur Verf?gung, welches an die KV ?berwiesen wird. Die Kassen?rztlichen Vereinigungen verteilen das Geld entsprechend festgeschriebener Quoten an Praxis?rzte, Allgemeinmediziner, Orthop?den etc.. Nur st?rt es die Praxis?rzte, dass die Kollegen bisher mehr von dem Kuchen abbekommen haben als sie selbst.
Ein Verlierer steht schon fest: der Versicherte.
Das der Verlierer der Versicherte sein wird, unterschreibe ich unbesehen. Interessant ist ja, dass die Krankenkassen im Jahr 2006 etwa 22 Milliarden Euro Honorar f?r die Praxis?rzte bezahlt hat.
Dienstag, 3. Juli 2007
Jeden Tag geben die gesetzlichen Krankenversicherungen 70.000.000 Euro f?r Arzneimittel aus, das sind im Monat ?ber 2 Milliarden Euro, pro Jahr ?ber 25 Milliarden Euro.
Und dieses Jahr werden voraussichtlich sogar 27 Milliarden Euro f?r Medikamente ausgegeben.
Wow, das nennt man dann wohl 'nettes Jahresbudget' ... Mit diesem Zahlenwerk versteh ich aber den Quartalsende-Blues um so weniger.
Quelle: PM BKK BUNDESVERBAND
Die angek?ndigte Fusion der Handelskrankenkasse (hkk) und die Innungskrankenkasse Weser-Ems wird zum 1. Januar 2008 vollzogen. Aus zwei mach eins, somit haben wir die erste kassenarten?bergreifende Fusion in Deutschland, Uns-Ulla Schmidt und ihrer sehr zweifelhaften Gesundheitspolitik sei Dank.
Montag, 2. Juli 2007
Wenn Kieferorthop?den ihre Zulassung im System der gesetzlichen Krankenversicherung zur?ckgeben, k?nnen erbrachte Leistungen gegen?ber der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr mit diesen abgerechnet werden.
So urteilte das Bundessozialgericht (AZ: B 6 KA 37/06, R B 6 KA 38/06 R, B 6 KA 39/06 R) am 27.6.2007.
(Zahn-)?rzte, die in einem mit anderen Angeh?rigen ihrer Berufsgruppe abgestimmten Verhalten auf ihre Zulassung oder Erm?chtigung verzichten, sind nicht mehr berechtigt, Versicherte der Krankenkassen im Rahmen des Sachleistungsprinzips zu versorgen. Sie d?rfen von ihnen gem?? ? 13 Abs 2 Satz 8 SGB V auch im Wege der Kostenerstattung generell nicht mehr in Anspruch genommen werden. Auch die weiteren Regelungen in ? 72a Abs 3 Satz 3 und ? 95b Abs 2 SGB V zeigen deutlich den Willen des Gesetzgebers, (Zahn-)?rzte nach einem kollektiven Zulassungsverzicht grunds?tzlich nicht mehr an der Versorgung der Versicherten mitwirken zu lassen. Dies dient der Erhaltung des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung.
Quelle: BSG
F?r alle Kunden der gesetzlichen Krankenversicherung bedeutet dies, dass sie vor Behandlungsbeginn ?berpr?fen sollten, ob die behandelnden ?rzte auch noch die Kassenzulassung haben. Ansonsten ist es gut m?glich, dass die Behandlungskosten zu Lasten des eigenen Geldbeutel gehen.
Mittwoch, 27. Juni 2007
Die erste Fusion zwischen zwei gesetzlichen Krankenversicherungen: Soll das nun Anlass f?r die Flasche Champagner sein oder eine Minute der Trauer?
Nun ja, am Freitag stehen die Vorst?nde der Handelskrankenkasse und IKK Weser-Ems vor den Pressevertretern und wollen den Reportern die erste kassenarten?bergreifende (welch ein Wort) Fusion in Deutschland (die eine ist eine Ersatzkasse und die andere eine Innungskrankenkasse) mit vielen salbungsvollen Worten unters Volk bringen.
Nun, diese Fusion ist wohl eine eindeutige Folge der Gesundheitreform 2007. Am Ende des Reform-Trips der derzeitigen Bundesregierung, allen voran Gesundheitsministerin Uns-Ulla Schmidt, wird es nur noch wenige Mega-Krankenversicherungen geben.
Montag, 11. Juni 2007
Nach der Gesundheitsreform soll ja die Pflegeversicherung reformiert werden. Dass die Gesundheitsreform mit der angeblichen St?rkung der GKV und der Beschneidung der privaten Krankenversicherung ein Schuss in den Ofen war, d?rfte inzwischen auch in dem letzten Winkel der Republik bekannt sein.
'Uns-Ulla' Schmidt stimmte schon vor einiger Zeit den obligaten Reform-Sing-Sang zur Pflegeversicherung an, der haupts?chlich von der Inkompetenz der Reform ablenken soll.
Die Kern-Aussagen der Reform sind:
- um 0,5 bis 0,8 Prozentpunkte h?herer Beitragssatz
- weniger Leistung
- Zugriff auf die Finanzreserven der privaten Pflegeversicherung
Das wirkliche Problem der gesetzlichen Pflegeversicherung ist allerdings die Sicherung der Pflegeversicherung gegen die Demographieentwicklung. Und genau diese Entwicklung wird bei der Reform der Pflegeversicherung vollst?ndig vernachl?ssigt.
Freitag, 8. Juni 2007
sind im Ernstfall die Leser die Gelackmeierten. So geschehen bei der TAZ. Da wird ?ber die private Versicherungswirtschaft hergezogen, was nur geht, es wird gel?stert frei nach dem Motto 'Versicherungen sind die wahren Verbrecher' nur wird eins wirklich unter den Tisch fallen gelassen: Wenn man schon mit der Angst der Leser spielt, so sollte man die Hintergr?nde richtig darstellen, liebe Kollegen von der TAZ:
Eine Zusatzversicherung indes sollte jeder haben, sagt Tenhagen: die Auslandsreisekrankenversicherung. "Sie kostet nur 6 bis 15 Euro im Jahr und bietet eine wichtige Leistung: den R?cktransport des Kranken ins Heimatland."
Kleine Korrektur: Eine der Leistungen der Auslandsreise-Krankenversicherung ist der R?cktransport aus dem Ausland, daneben stehen noch so Kleinigkeiten wie medizinisch notwendige Behandlungen etc.
Doch auch abseits dieses Falls lohne sich die Police. Zwar ?bernehmen Kassen auch Krankenbehandlungen, die im Ausland stattfinden.
So und nun geht mal die rote Lampe an, liebe Kollegen. Mit dem letzten Satz suggerieren Sie Ihren Lesern, dass die gesetzliche Krankenversicherung vom Grundsatz her den weltweiten Versicherungsschutz bietet: FALSCH
Die gesetzliche Krankenversicherung leistet nur f?r Behandlungskosten in L?ndern, mit denen eben auch ein Sozialversicherungsabkommen besteht.
Selbst wenn ein Sozialversicherungsabkommen besteht, so ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung sehr ratsam. Das hatte vor kurzem auch das Bundessozialgericht (AZ: B 1 KR 18/06 R vom 24. Mai 2007) best?tigt.
So urteilte das BSG, dass die gesetzliche Krankenversicherung die anfallenden Kosten nur ausnahmsweise erstattet werden. Der Versicherte muss trotz des Sozialversicherungsabkommen nicht so gestellt werden, als w?re die Behandlung in Deutschland erfolgt.
Dienstag, 29. Mai 2007
Was passiert, wenn man auf Reisen au?erhalb der EU ist und pl?tzlich erkrankt? Wer bezahlt die Kosten?
Nun, das Bundessozialgericht (AZ: B 1 KR 18/06 R vom 24. Mai 2007) hatte sich mit genau diesem Fall besch?ftigt.
Vom Grundsatz her gilt folgendes: Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben Versicherungsschutz, wenn mit dem Reiseland ein Sozialversicherungsabkommen besteht.
Das gro?e ABER kommt nun vom Bundessozialgericht (AZ: B 1 KR 18/06 R vom 24. Mai 2007).
So urteilt der 1. Senat des Bundessozialgericht, dass die gesetzliche Krankenversicherung die anfallenden Kosten nur ausnahmsweise erstattet werden. Der Versicherte muss trotz des Sozialversicherungsabkommen nicht so gestellt werden, als w?re die Behandlung in Deutschland erfolgt.
Als Konsequenz kann man allen gesetzlich Versicherten nur dringend empfehlen, eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschlie?en.
Mittwoch, 2. Mai 2007
Der 4. Senat des Bayerischen Landessozialgerichtes hat mit dem Urteil L 4 KR 3/04 vom 14.12.2006 neue Wege beschritten:
So sind von nun an die Ehegatten, welche in der Familien-GmbH als Gesch?ftsf?hrer besch?ftigt sind, versicherungspflichtig in der Sozialversicherung.
Interessant ist vor allem, dass das Bayerische Landessozialgericht sich auf das Urteil des Bundessozialgerichtes bezieht, und damit das sehr umstrittene Urteil zur Versicherungspflicht der Ein-Mann-Gesellschafter Gesch?ftsf?hrer so richtig sch?n hoff?hig macht.
Spitze Zungen k?nnen nun behaupten, dass der Sozialstaat die letzten Schlupfl?cher schlie?t um die Sozialkassen mit m?glichst viel Geld zu f?llen.
Das vollst?ndige Urteil k?nnen Sie hier finden.
Noch Fragen zur Versicherungspflicht? Wir helfen Ihnen gerne.
Die Gesundheitsreform 2007 d?rfte sich wohl in n?chster Zukunft als Antriebsfeder des deutschen Arbeitsmarktes erweisen. Die zweite Klage gegen den Reformmoloch kommt von der Continentale Krankenversicherung a.G..
Die Continentale will sich laut der Pressemitteilung gegen die Wahltarife der gesetzlichen Krankenversicherung wehren. Das Landesversicherungsamt Nordrhein-Westfalen hatte jetzt Wahlleistungstarife der AOK Rheinland genehmigt, die unter anderem bessere Leistungen im Krankenhaus und beim Zahnersatz vorsehen.
"Dies ist ein frontaler Angriff der Krankenkassen auf den privatwirtschaftlichen Markt der Zusatzversicherungen. Dagegen werden wir uns mit allen Rechtsmitteln wehren", so Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentale.
Ein b?ser Gedanke keimt gerade auf: Sind diese angek?ndigten Klagen nur ein R?ckzugsgefecht der privaten Krankenversicherungen, um vor der ?ffentlichkeit und den eigenen Kunden das Gesicht zu wahren?
Freitag, 27. April 2007
Die Barmer ist eine der gro?en gesetzlichen Krankenkassen. Nur leider sind die gro?en Krankenkassen nicht immer die wirklich kulanten.
Nachdem wie ja vor einiger Zeit bereits ?ber die Haltung der Barmer berichtet haben, l?sst der Bericht im Finblog langsam den Verdacht keimen, dass wirklich Methode hinter der Verweigerungshaltung der Barmer steckt.
Dem Rat von Andreas Kunze vom Finblog kann ich mich nur anschlie?en:
Den betreffenden Selbstst?ndigen w?rde ich raten, einen schriftlichen Antrag zu stellen, einen rechtsmittelf?higen Bescheid zu fordern und Widerspruch einzulegen. M?glicherweise hat sich sogar die Bamer Ersatzkasse in einigen Wochen mit den wichtigsten ?nderungen durch die Gesundheitsreform vertraut gemacht.
In diesem Sinne, sch?nes Wochenende.
Montag, 23. April 2007
Und es gibt doch noch Leben da drau?en... gerade bin ich ?ber ein weiteres Bullshit Bingo zur Gesundheitsreform gestolpert.
Mittwoch, 18. April 2007
Im Gesundheitswesen wird heutzutage mehr Geld bewegt denn je.
In Zahlen ausgedr?ckt 250.000.000.000 Euro (wem das zuviele Nullen sind 250 Milliarden Euro).
Die Gesundheitspolitik unter der Leitung der Gesundheitsministerin 'Uns-Ulla' Schmidt verliert immer mehr den Bezug zu dem B?rger auf der Stra?e, der die Auswirkungen wie steigende Beitragss?tze in der gesetzlichen Krankenkasse, Leistungsk?rzungen der GKV etc. zu ertragen hat.
Um die Menschen in diesem Land mal wieder zum Thema Gesundheitspolitik ein wenig zu motivieren hier ein kleines Spiel namens Gesundheitspolitik-Bullshit Bingo.
Wie geht das?
Das Gesundheitspolitik-Bullshit Bingo ist ganz einfach:
Den Gesundheitspolitik-Bullshit Bingo-Schein hier abholen und ausdrucken.Die Meldungen und Reden der Gesundheitspolitiker genau verfolgen und 5 K?stchen waagrecht, senkrecht oder diagonal in eine Reihe bringen. Bingo! hier ?ber die Kommentare eintragen.
Viel Spa? ...
Freitag, 13. April 2007
Der Beitrag ' Der Fluch des Hippokrates' im SZ-Magazin berichtet ?ber den Alltag im Krankenhaus.
Von ?rzten, die Patienten nur noch als l?stige Unterbrechung der eigenen Freizeit betrachten. Von Patienten, die den ?rzten und Pflegekr?ften schutzlos ausgeliefert sind und die zum Sterben in die Abstellkammer verfrachtet werden.
Zum einen macht mich der Artikel echt nachdenklich, und dann l?st der Beitrag vor allem Wut in mir aus.
Wut ?ber die Politik, die mit einer Gesundheitsreform versucht, Kosten einzusparen, und dabei leider die Menschen in diesem Land vergisst.
?ber einige Mitglieder der ?rzteschaft, die b?se gesagt den einzelnen Patienten zum Teil nur noch als Abrechnungsposten betrachten und den Kranken das letzte St?ck W?rde berauben. Zeitgleich wird ?ber sinkende Eink?nfte auf hohem Niveau geklagt.
Einfach den Artikel lesen und die eigene Meinung hier mit reinschreiben.
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