Montag, 3. März 2008
Einen interessanten Artikel gibt es bei der Frankfurter Allgemeinen zu lesen:
41 Prozent leben in Deutschland laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes von Ihrer H?nde Arbeit. 28 Prozent der B?rger, zumeist Kinder, werden durch Angeh?rige versorgt. 22 Prozent beziehen Rente oder Pension und 6 Prozent der Befragten bestreiten mit Arbeitslosengeld I oder II ihren Lebensunterhalt.
Montag, 10. September 2007
Nach dem Rechtsschutz vom Discounter kommt nun die Kinderunfallversicherung einschlie?lich dem Rechtsschutz beim Einzelhandel.
Die Pressemitteilung der ARAG zur Kooperation mit REWE und Penny liest sich sehr fl?ssig:
Der K?lner Handelskonzern und das D?sseldorfer Versicherungsunternehmen werden ihre innovative und erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen. In ?ber 2.000 PENNY M?rkten bundesweit wird ein neu entwickelter Schutz f?r Kinder angeboten. Der ARAG Kids&Klar Kinderschutz umfasst Versicherungsleistungen bei Unfall, den Rechtsschutz f?r Opfer von Gewaltstraftaten sowie Schutzbriefleistungen. Der Versicherungsschutz kostet 49,00 ? pro Jahr. Dieses Angebot ist ab dem 17. September f?r die Dauer von vier Wochen exklusiv in allen PENNY M?rkten erh?ltlich.
Nun taucht bei mir die Frage nach der Dokumentationspflicht und Beratung auf. Werden an der Kasse des Einzelhandels die Beratungsprotokolle ausgefertigt?
Ich zweifle an der Bedarfsgerechtigkeit des Produktes und an der Beratungsqualit?t des Einzelhandels.
Donnerstag, 26. Juli 2007
Laut Pressemitteilung sieht das Bundesgesundheitsministerium die Ausgabensteigerung f?r Medikamente in der gesetzlichen Krankenversicherung mit etwas anderen Augen als die Kaufm?nnische Krankenkasse.
Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen sind nach vorl?ufigen Zahlen der Apothekerverb?nde im ersten Halbjahr 2007 ohne Ber?cksichtigung der Mehrwertsteuer nur um rd. 3 % gestiegen. Ohne Gesundheitsreform l?ge der Kostenanstieg bei ca. 9 %. Deutschland hat im Vergleich zu seinen gr??eren Nachbarstaaten deutlich niedrigere Ausgabensteigerungen in den letzten Jahren verzeichnet, wie aktuelle OECD-Gesundheitsdaten 2007 zeigen (www.oecd.org).
Was soll man nun glauben?
Wieder eine L?sterstunde zur Gesundheitsreform und den angeblichen Verbesserungen f?r das Gesundheitswesen in Deutschland:
So berichtet die KKH in einer Pressemitteilung, dass die Ausgaben f?r Medikamente im ersten Halbjahr 2007 um 7,0 Prozent je Mitglied im Vergleich zum Vorjahr - in Zahlen ausgedr?ckt sprechen wir hier bei einer gesetzlichen Krankenversicherung von Mehrausgaben i.H.v. fast 20 Millionen Euro - gestiegen sind.
Diese Ausgabensteigerung hatte laut der KKH drei wesentliche Gr?nde:
1. Die Mehrwertsteuererh?hung bewirkte einen Kostenanstieg um 2,7 Prozent
2. Die Zahl der ausgestellten Rezepte erh?hte sich um 2,2 Prozent
3. Original-Arzneimittel mit Patentschutz wurden im Durchschnitt je Packung sogar um 9,4 Prozent brutto teurer.
Wie war das mit der Kostend?mpfung?
Montag, 23. Juli 2007
Wieder gilt es eine Fusion zu vermelden.
Nein, keine Fusion zwischen zwei gesetzlichen Krankenversicherungen, sondern die Fusion zwischen der VBG
(Verwaltungs-Berufsgenossenschaft) und die BG der keramischen und
Glas-Industrie (BGGK) fusionieren am 01.01.2009 zu einer neuen
Berufsgenossenschaft. Dieser Beschluss wurde von den Vertreterversammlungen
beider Unfallversicherungstr?ger in ihren letzten Sitzungen
beschlossen.
Nun, so zeigen sich also die ersten Folgen der Reform der gesetzlichen Unfallversicherung.
Mittwoch, 18. Juli 2007
Das Statistische Bundesamt vers??t den Morgen mit der Pressemitteilung zur Sozialversicherung:
Das gro?e Geheimnis der Bundesregierung ist nun keins mehr, die gesetzliche Sozial?versicherung steckt im 1. Quartal 2007 mit 3,4 Milliarden Euro in den Miesen.
Selbst das liebste Steckenpferd unserer Gesundheitsministerin Uns-Ulla Schmidt, die gesetzliche Krankenversicherung, steckt trotz der Gesundheitsreform dick in den Miesen:
Die gesetzliche Krankenversicherung wies ein leichtes Defizit von 0,8 Milliarden Euro auf, 0,4 Milliarden Euro weniger als im ersten Quartal 2006. Ob die Gesundheitsreform wirklich dem Defizit entgegen wirkt?
Donnerstag, 28. Juni 2007
Der 1.7.2007 ist nicht nur f?r alle privat Versicherten mit der Einf?hrung des modifizierten Standardtarifs ein denkw?rdiges Datum.
Nein, jeder Steuerzahler in Deutschland sollte sich dieses Datum im Kalender rot anstreichen: Ab dem 1.7.2007 soll jeder B?rger in Deutschland eine neue Steuer-Identifikationsnummer erhalten.
Mit dieser Steuer-Identifikationsnummer kann das Finanzamt so wunderbar im Privatleben der B?rger herumschn?ffeln, dass es eine wahre Freude ist. Unter dieser Nummer werden Name, K?nstlername, akademischer Grad, Geburtstag und -ort, die aktuelle Adresse, das zust?ndige Finanzamt und sogar bei Verstorbenen der Sterbetag gespeichert.
Schauerlich an dieser TIN (= Taxpayer Identification Number ) ist ja die M?glichkeit der unterschiedlichsten Beh?rden, alle Datenbest?nde miteinander abgleichen zu k?nnen. George Orwells Big Brother l?sst gr??en....
Mittwoch, 27. Juni 2007
Die erste Fusion zwischen zwei gesetzlichen Krankenversicherungen: Soll das nun Anlass f?r die Flasche Champagner sein oder eine Minute der Trauer?
Nun ja, am Freitag stehen die Vorst?nde der Handelskrankenkasse und IKK Weser-Ems vor den Pressevertretern und wollen den Reportern die erste kassenarten?bergreifende (welch ein Wort) Fusion in Deutschland (die eine ist eine Ersatzkasse und die andere eine Innungskrankenkasse) mit vielen salbungsvollen Worten unters Volk bringen.
Nun, diese Fusion ist wohl eine eindeutige Folge der Gesundheitreform 2007. Am Ende des Reform-Trips der derzeitigen Bundesregierung, allen voran Gesundheitsministerin Uns-Ulla Schmidt, wird es nur noch wenige Mega-Krankenversicherungen geben.
Der n?chste Brocken der Gesundheitsreform trifft das deutsche Stimmvolk: Der modifizierte Standardtarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) kommt mit Wirkung zum 1.7.2007. Alle, die derzeit nicht versichert sind und zuletzt in der privaten Krankenversicherung ( PKV) versichert waren, m?ssen sich zum 1.7.2007 in dem modifizierten Standardtarif versichern. Somit kommt die Versicherungspflicht auch in der privaten Krankenversicherung.
Ein weiterer Schritt in Richtung Staatsmedizin.
Dienstag, 26. Juni 2007
Reuters meldet gerade, dass Arbeitsminister Franz M?ntefering und die SPD die betriebliche Altersvorsorge auch ?ber das kommende Jahr hinaus durch die Befreiung von Sozialbeitr?gen f?rdern wollen.
Komisch, vor einiger Zeit wollte unser Franzl M?ntefering genau diese F?rderung noch ersatzlos streichen.
Da ist sie wieder, die Pressemitteilung des Tages.
Von wem kommt sie?
Richtig, der Deutschen Rentenversicherung.
Heute regt sich die Deutsche Rentenversicherung dar?ber auf, dass eine private Rentenversicherung in einem Werbespot suggeriert, dass Frauen von der Deutschen Rentenversicherung diskriminiert werden und die m?nnlichen Versicherten um 50 Prozent mehr Leistungen erhalten.
Die Frage die sich mir stellt: Von welcher Leistung spricht denn die Deutsche Rentenversicherung?
Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein System, dass in der jetzigen Form mittel- und langfristig alleine aus demographischen Gr?nden (immer mehr Leistungsempf?nger, immer weniger Beitragszahler) nicht ?berlebensf?hig ist. Auch heute schon muss die Deutsche Rentenversicherung auf staatliche Zusch?sse zur?ckgreifen, um die Renten ?berhaupt noch bezahlen zu k?nnen.
Also, von welchen Leistungen sprechen wir denn bitte noch?
Von aktiver Geldvernichtung, die durch die deutsche Rentenversicherung betrieben wird?
Montag, 25. Juni 2007
Sie kommt, die Reform der Pflegeversicherung.
Da kann man sich auf den Kopf stellen, mit den F??en wackeln oder einfach ruhig am Schreibtisch sitzen bleiben. Denn ?ndern kann man diese Gesundheitspolitik von Gesundheitsministerin Uns-Ulla Schmidt h?chstens mit dem Stimmzettel bei der n?chsten Bundestagswahl. Logische Argumente werden missachtet und warnende Stimmen einfach ?bergangen. Und am wichtigsten, die Ziele einer sehr kostenintensiven Reform der Pflegeversicherung sollten wie bei der Gesundheitsreform, die Sicherung der Pflegeversicherung gegen demographische Faktoren sein.
All dies wird nicht kommen. Sp?testens die n?chste Bundesregierung wird eine weitere Reform der Reform der Pflegeversicherung durchf?hren m?ssen, um die Kardinalfehler der heutigen Bundesregierung auszumerzen.
Soweit zu meiner pers?nlichen Meinung, hier die Eckpunkte der Pflegereform:
- Die ambulante Versorgung wird gest?rkt. Die Angebote f?r Pflegebed?rftige sollen wohnortnah besser aufeinander abgestimmt und vernetzt werden. Es werden Pflegest?tzpunkte in jedem Stadtviertel aufgebaut. So genannte Fallmanager k?mmern sich gezielt um die Unterst?tzung des Einzelnen. Gef?rdert werden betreute Wohnformen und Wohngemeinschaften, wo Pflegebed?rftige zusammenleben.
- Die Qualit?t der Pflege wird durch ein besseres Pflegemanagement verbessert
- Die finanziellen Leistungen der Pflegeversicherung werden erh?ht. Bis 2012 werden die ambulanten Sachleistungsbetr?ge stufenweise sp?rbar angehoben: Pflegestufe I von jetzt 384 Euro auf 450 Euro, in Pflegestufe II von 921 Euro auf 1.100 Euro und in Pflegestufe III von 1.432 auf 1.550 Euro.
Angehoben wird auch das Pflegegeld in allen Pflegestufen. Die station?ren Sachleistungsbetr?ge der Stufen I und II bleiben zun?chst unver?ndert. Die Stufe II und Stufe II in H?rtef?llen werden bis 2012 ebenfalls stufenweise abgehoben.
Der zus?tzliche Leistungsbetrag f?r Menschen mit erheblich eingeschr?nkter Alltagskompetenz, das hei?t Demenzkranke und Behinderte, wird auf bis zu 2.400 Euro j?hrlich angehoben. Der Anspruch auf Tagespflege wird ausgebaut.
- Dar?ber hinaus sollen k?nftig die Leistungen der Pflegeversicherung in einem dreij?hrigen Rhythmus dynamisiert werden.
- F?r Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Angeh?rige pflegen, wird eine sechsmonatige unbezahlte Freistellung von der Arbeit (Pflegezeit) mit anschlie?ender R?ckkehrm?glichkeit eingef?hrt. Die bereits heute existierende soziale Absicherung bei der Rente wird f?r die Freigestellten auch durch Kranken- und Pflegeversicherungsschutz ausgebaut. Daneben ist auch an k?rzer dauernde Freistellungen f?r Pflegende gedacht.
- Verbessert werden weiterhin die Pr?vention und Rehabilitation in der Pflege.
- B?rgerschaftliches Engagement in der Pflege soll unterst?tzt werden. Hier sollen engagierte B?rgerinnen und B?rger k?nftig besser in vernetzte Versorgungsangebote eingebunden und eine Schulung durch die Pflegekassen bekommen k?nnen. Das betrifft zum Beispiel Versorgungsangebote auf kommunaler Ebene wie Betreuungsgruppen f?r Demenzkranke.
- Schlie?lich soll die B?rokratie im Bereich der Pflege zur?ckgedr?ngt werden. Das gibt Pflegekr?ften mehr Zeit, sich besser um die Pflegebed?rftigen zu k?mmern. Zugleich wird mehr Wirtschaftlichkeit im Pflegebereich gef?rdert.
- Die Pflegekassen erhalten wie die gesetzliche Krankenversicherung die M?glichkeit, private Pflege-Zusatzversicherungen zu vermitteln. F?r den Bereich der privaten Pflegeversicherung wird die ?bertragbarkeit der individuellen Altersr?ckstellungen eingef?hrt. Bei niedrigen Einkommen gibt es H?rtefallregelungen zur ?bernahme von Beitr?gen analog zum Basistarif in der Privaten Krankenversicherung.
Quelle: Bundesregierung
Nennen wir es doch einfach Voodoo-Politik, das neue Reform-Meisterwerk von Frau Schmidt, denn N?tzliches und Erfolge wird diese Reform nicht bringen.
Mittwoch, 20. Juni 2007
Es kommt immer wieder vor, dass sich Meldungen widersprechen.
Auf der einen Seite vermeldet die Techniker Krankenkasse in dem aktuellen Gesundheitsreport, dass im letzten Jahr 387.500.000 Tagesdosen Medikamente an die Versicherten der Techniker Krankenkasse verordnet wurden. Auf der anderen Seite schreibt die Apothekerin Barbara Buschow in Ihrem Blog ?ber den Quartalsende-Blues und die Verordnungsfreude der ?rzte.
Was ist nun richtig?
Freitag, 8. Juni 2007
sind im Ernstfall die Leser die Gelackmeierten. So geschehen bei der TAZ. Da wird ?ber die private Versicherungswirtschaft hergezogen, was nur geht, es wird gel?stert frei nach dem Motto 'Versicherungen sind die wahren Verbrecher' nur wird eins wirklich unter den Tisch fallen gelassen: Wenn man schon mit der Angst der Leser spielt, so sollte man die Hintergr?nde richtig darstellen, liebe Kollegen von der TAZ:
Eine Zusatzversicherung indes sollte jeder haben, sagt Tenhagen: die Auslandsreisekrankenversicherung. "Sie kostet nur 6 bis 15 Euro im Jahr und bietet eine wichtige Leistung: den R?cktransport des Kranken ins Heimatland."
Kleine Korrektur: Eine der Leistungen der Auslandsreise-Krankenversicherung ist der R?cktransport aus dem Ausland, daneben stehen noch so Kleinigkeiten wie medizinisch notwendige Behandlungen etc.
Doch auch abseits dieses Falls lohne sich die Police. Zwar ?bernehmen Kassen auch Krankenbehandlungen, die im Ausland stattfinden.
So und nun geht mal die rote Lampe an, liebe Kollegen. Mit dem letzten Satz suggerieren Sie Ihren Lesern, dass die gesetzliche Krankenversicherung vom Grundsatz her den weltweiten Versicherungsschutz bietet: FALSCH
Die gesetzliche Krankenversicherung leistet nur f?r Behandlungskosten in L?ndern, mit denen eben auch ein Sozialversicherungsabkommen besteht.
Selbst wenn ein Sozialversicherungsabkommen besteht, so ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung sehr ratsam. Das hatte vor kurzem auch das Bundessozialgericht (AZ: B 1 KR 18/06 R vom 24. Mai 2007) best?tigt.
So urteilte das BSG, dass die gesetzliche Krankenversicherung die anfallenden Kosten nur ausnahmsweise erstattet werden. Der Versicherte muss trotz des Sozialversicherungsabkommen nicht so gestellt werden, als w?re die Behandlung in Deutschland erfolgt.
Dienstag, 15. Mai 2007
Zypries will Telefonwerbung einen Riegel vorschieben, so betitelt tagesschau.de die Meldung.
Die Wellen schlagen hoch im Zusammenhang mit den so ungeliebten Cold-Calls. Deswegen will Frau Zypries nun den juristischen Dampfhammer auspacken und Verst??e gegen diese Art der Werbung sogar mit einem Bu?geld belegen.
Dann werden die Call-Center k?nftig wohl nicht mehr in Deutschland betrieben, sondern eben im Ausland. Ob ein Bu?geld Unternehmen, die mit diesen Cold-Calls dickes Geld verdienen, wirklich weh tut steht auf einem anderen Blatt.
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